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Aufgabenkatalog der Gerontosozialarbeit

In stationären Einrichtungen der Altenhilfe müssen SozialarbeiterInnen/-pädagogInnen einen berufsspezifischen Handlungsauftrag übernehmen, der von keiner anderen Berufsgruppe erfüllt werden kann. Die Leistungen anderer Berufsgruppen sollen nicht beschnitten, sondern zum Wohle der BewohnerInnen erweitert werden. Zwar sind alle MitarbeiterInnen entsprechend ihres Berufsauftrages und ihrer Qualifikation zur Erbringung sozialer Dienstleistungen angehalten, jedoch setzt die Umsetzung besonderer Formen der sozialen Betreuung ein spezifisches fachliches Können voraus. Eine Auswahl möglicher Aufgabenbereiche und Maßnahmen, für die sich Fachkräfte der Sozialen Arbeit anbieten, ist im Folgenden abgebildet.

Heimaufnahme

Eine für den Heimeinzug zuständige Fachkraft der Sozialen Arbeit kann durch einfühlende Gesprächsführung Ängste vor dem Umzug und eventuell bestehende Stereotypen von Altenheimen abbauen helfen sowie Sicherheit vermitteln. In einem Beratungsgespräch kann ein umfassendes Bild der Institution und der Dienstleistungen gezeichnet werden. Der anstehende Verwaltungsvorgang kann bearbeitet werden.

Heimeinzug

Entscheiden sich die Betroffenen zu einem Heimeinzug, benötigen sie eventuell Beistand bei der Erbringung der Anpassungsleistungen. In der Eingewöhnungsphase kann die Integration in das soziale Umfeld, die Orientierung in der neuen Umgebung, die Gestaltung des eigenen Zimmers und die mentale Bewältigung des Umbruchs durch Berufstätige der Sozialen Arbeit gefördert werden.

Umfeldgestaltung

Der persönliche Lebensbereich der BewohnerInnen kann den individuellen Ansprüchen im Rahmen der Möglichkeiten angepasst werden. Durch das Setzen eigener Akzente erhöht sich die Wohnqualität und die Identifikation mit dem neuen Wohnfeld. Vorstellungen der BewohnerInnen in Bezug auf die Gestaltung der Gemeinschaftsräume können von SozialarbeiterInnen/-pädagogInnen anwaltlich vertreten werden. Kleinere Gestaltungsmaßnahmen können im Rahmen der Gruppenangebote zusammen mit den BewohnerInnen durchgeführt werden.

Beratung

Fachkräfte der Sozialen Arbeit können eine Beratung zur Refinanzierung des Heimplatzes anbieten. Bei vertrags- pflege- und erbrechtlichen Fragen können sie Informationen und Hilfen anbieten. Es kann eine Beratung sowohl zu gesetzlichen und ethischen Fragen von freiheitsentziehenden Maßnahmen als auch zu Alternativen erfolgen.

Biographiearbeit

Durch die Angaben des alten Menschen aus biographisch ausgerichteten Gesprächen entsteht eine Grundlage für ein individuell zugeschnittenes Betreuungskonzept. Jedoch sind die Aufgaben der Biographiearbeit nicht auf die Entwicklung von zukünftigen Handlungsoptionen limitiert. Ebenso erfolgt mit dem Blick in die Vergangenheit eine Bilanzierung des Lebens. Der Blick in die Gegenwart ermöglicht die Lebensbewältigung.

Krisenintervention

Ziel der psychosozialen Beratung ist die Bewältigung der Krise durch eine Hilfe zur Selbsthilfe, durch eine Stärkung des Selbstwertgefühls und durch eine Stabilisierung der Lebenssituation. Die Wiederherstellung und der Ausbau von Bewältigungsstrategien und Verhaltensweisen, die für die Auseinandersetzung mit Lebenskrisen relevant sind, werden angestrebt.

Sterbebegleitung

Aufgabe von SozialarbeiterInnen/-pädagogInnen ist die Unterstützung des Sterbenden im Sterbeprozess. Der alte Mensch wird auf dem Weg begleitet, das Leben in Würde zum Abschluss zu bringen. Im Rahmen der ganzheitlichen Sterbebegleitung erfahren auch Angehörige und Freunde des Sterbenden Beistand durch die Professionellen.

Gruppenaktivitäten

können von Fachkräften der Sozialen Arbeit oder von anderen Sozialdienst- MitarbeiterInnen angeboten werden. Beispiele für Gruppenaktivitäten sind Kochen, Nähen, Basteln, Töpfern, Seidenmalerei, Schwimmen, Kegeln, Bewegungstraining, Heimzeitung, Gedächtnistraining, autogenes Training, Zeitungsrunde, Gesprächskreis, Theater-, Spiel-, Singgruppe, Feste, Geburtstagsfeiern, Ausflüge und Reisen.

Heimbeirat

Die Begleitung und Beratung des Heimbeirats durch Berufstätige der Sozialen Arbeit erfolgt nur auf Einladung der Beiratsmitglieder. SozialarbeiterInnen/-pädagogInnen fungieren ausschließlich als AnsprechpartnerInnen für inhaltliche und organisatorische Fragen und sind nicht stimmberechtigt. Jedoch können Entscheidungsprozesse angeregt und Informationen aus der Einrichtung weitergegeben werden.

Angehörigenarbeit

Die Professionellen der Sozialen Arbeit können die Beteiligungswünsche abklären und umsetzen helfen. Sie können den Verständigungsprozess von BewohnerInnen, Angehörigen und Personal fördern und bei Spannungen vermittelnd tätig werden. Sie können zum Abbau der eventuell von Schuldgefühlen eingefärbten Emotionen der Angehörigen beitragen. Auf Angehörigenabenden kann ein Austausch der Angehörigen angeregt und können hausinterne Informationen weitergereicht werden.

Gemeinwesenarbeit

Fachkräfte der Sozialen Arbeit streben den Kontaktaufbau und -ausbau zu Vereinen, Schulen und Kirchengemeinden sowie zu anderen Diensten und Hilfseinrichtungen an. Der Kontakt von BewohnerInnen zu externen Alteninitiativen kann vermittelt werden. Es können „Tage der offenen Tür“ durchführt werden. Die Einrichtung kann den Kontakt zum Stadtteil durch den Betrieb einer Cafeteria oder einer Begegnungsstätte verbessern. Von SozialarbeiterInnen/-pädagogInnen können Gruppen für Veranstaltungen ins Haus geholt werden.

Öffentlichkeitsarbeit

Eine über den Stadtteil hinausgehende Öffentlichkeit kann durch Pressemitteilungen, Präsentation im Internet, Informationsbroschüren und weitere Medienarbeit von den Berufstätigen der Sozialen Arbeit erreicht werden. Öffentlichkeitsarbeit ist als Teil des Marketings und als systematische Kommunikation in die Zielsetzungen einer Institution eingebettet.

EhrenamtlerInnen

Auf der Grundlage einer Tätigkeitsbeschreibung können SozialarbeiterInnen/-pädagogInnen Ehrenamtliche anleiten und begleiten. LaienhelferInnen werden Kompetenzen vermittelt, um das Handeln der BewohnerInnen besser zu verstehen und ihr eigenen Erlebnisse besser verarbeiten zu können. Auch erfahren sie, welche Ereignisse mit den Professionellen kommuniziert werden sollen und wann sie sich Hilfe und Rat holen müssen.

PraktikantInnen

Neben den ehrenamtlichen MitarbeiterInnen (s.o.) benötigen PraktikantInnen, StudentInnen, Zivildienstleistende und Personen im „Freiwilligen Sozialen Jahr“ eine Praxisanleitung und eine fördernde Begleitung. Anhand eines Einarbeitungskonzeptes schaffen SozialarbeiterInnen/-pädagogInnen eine Grundlage für deren Tätigkeit. Professionelle der Sozialen Arbeit stehen für Gespräche und Reflexionen zur Verfügung. In der Begleitungsphase wird das selbständige und verantwortliche Arbeiten gefördert.

MitarbeiterInnen-Beratung

Bei Finanzschwierigkeiten, Suchtproblemen, bei Spannungen zwischen MitarbeiterInnen oder zwischen BewohnerInnen und MitarbeiterInnen können SozialarbeiterInnen/-pädagogInnen beratend tätig werden. Durch Beratung leisten sie einen Beitrag zur Problemlösung von innerinstitutionellen Konflikten, zur Verbesserung des Arbeitsklimas und zur Arbeitszufriedenheit. Dies wirkt sich in einem weiteren Schritt auf die Lebensqualität der BewohnerInnen aus.

Heimleitung

Eine verbindliche Stellenbeschreibung für das Arbeitsfeld der Heimleitung existiert nicht. Im Hinblick auf die BewohnerInnen, die MitarbeiterInnen und die Institution hat ein Sozialarbeiter als Heimleiter dieselben Funktionen zu erfüllen wie eine Heimleiterin mit pflegerischer oder betriebswirtschaftlicher Ausbildung. Den Kenntnissen und Fähigkeiten entsprechend sind die Professionellen der Sozialen Arbeit jedoch besonders geeignet für soziale Aufgaben in Bezug auf die HeimbewohnerInnen, für Besprechungen und informelle Gespräche, Anleitung und Fortbildung von MitarbeiterInnen, Öffentlichkeitsarbeit sowie für die Kooperation mit Ausbildungsstätten und externen Diensten.