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Fachausdrücke
– eine Begriffsbestimmung

In der (stationären) Altenhilfe beschäftigte SozialarbeiterInnen/-pädagogInnen werden mit vielen altersspezifischen Begriffen konfrontiert, die in der Fachliteratur und in Fachgesprächen nicht immer klar definiert und einheitlich verwendet werden. Im Folgenden sind einige der elementaren Fachausdrücke nach subjektiven Kriterien zusammengestellt.

Altenarbeit

Der seit den 1980er Jahren geführte Modernisierungsdiskurs in der Sozialpolitik und im sozialen Dienstleistungssektor, die Ausdifferenzierung von 3. und 4. Lebensalter sowie das gestiegene Bewusstsein älterer Menschen, über die Auswahl von sozialen Dienstleistungen bestimmen zu können, lässt den Begriff „Altenhilfe“ (s.u.) anachronistisch wirken. Die zweite Silbe („-hilfe“) suggeriert eine defizitäre Situation und abhängige Position alter Menschen. Als Alternative hat sich daher der Ausdruck „Altenarbeit“ etabliert, mit dem eine ganzheitliche und emanzipatorische Vorstellung verbunden ist. In vielen Publikationen werden die beiden Begriffe „Altenhilfe“ und „Altenarbeit“ jedoch synonym verwendet.

Altenbildung

Die Altenbildung orientiert sich an dem Modell des lebenslangen Lernens, an Vorstellungen zur Allgemeinbildung sowie an Prinzipien der Selbstbestimmung, Emanzipation und der Ganzheitlichkeit. Altenbildung soll den Menschen helfen, sich auf das Rentenalter vorzubereiten und dieses zu gestalten sowie dazu beitragen, Abbauerscheinungen im Alter zu vermeiden. Beistand bei der Bewältigung von Entwicklungsaufgaben wird gegeben und die Steigerung der Lebenszufriedenheit angestrebt.

Altenhilfe

Maßnahmen und Aktivitäten zur Verbesserung der Lebensqualität älterer Menschen, zur Befriedigung altersspezifischer Bedürfnisse, zur Minderung von Risikofaktoren und zur Vermeidung altersbedingter Notlagen lassen sich im Begriff „Altenhilfe“ zusammenfassen.
Einerseits wird Altenhilfe im Familienverband und durch freiwillige HelferInnen geleistet. Mehrheitlich ohne die Unterstützung professioneller Pflegepersonen versorgen Angehörige rund 85 % aller Pflegebedürftigen. Darüber hinaus leisten Ehrenamtliche aus dem sozialen Umfeld, aus Selbsthilfegruppen, Nachbarschaftshilfen, Kirchengemeinden und Vereinen Altenhilfe in Form von Besuchsdiensten, durch den Beistand bei der Haushaltsführung sowie durch das Aufrechterhalten von sozialen Kontakten und dem Ermöglichen von Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Andererseits wird Altenhilfe von Professionellen im Rahmen der offenen, ambulanten, teilstationären und stationären Altenhilfe geleistet.

Geriatrie

Die Geriatrie ist eine fächerinterne medizinische Spezialisierung der Gerontologie (s.u.), aber auch ein eigenständiges Fach der Medizin, das die Besonderheiten von kranken alten Menschen untersucht und eine altersentsprechende medizinisch-therapeutisch-rehabilitative Versorgung ermöglicht.

Gerontologie

Die Wissenschaft vom Alter und Altern heißt Gerontologie (dt. = Altersforschung). Der Begriff leitet sich aus dem Griechischen ab. Dabei steht „ge“ für „alt“, „geron“ bedeutet „der Greis“. Gerontologie befasst sich mit der Beschreibung, Erklärung und Modifikation von physischen, psychischen, sozialen, historischen und kulturellen Aspekten des Alterns und Alters, einschließlich der Analyse von alternsrelevanten und alternskonstituierenden Umwelten und sozialen Institutionen. Die unter dem Dach der Gerontologie zusammengefassten Wissenschaften Biologie, Medizin, Psychologie, Psychiatrie, Soziologie, Pädagogik, Sozialarbeits- und Pflegewissenschaften haben einen praktischen Anspruch und sollen die Entwicklungsmöglichkeiten im Alter fördern.

Gerontopsychiatrie

Als Teildisziplin der Geriatrie und der klinischen Psychiatrie beschäftigt sich die Gerontopsychiatrie wissenschaftlich mit psychischen Krankheiten alter Menschen. Dabei fokussiert die Gerontopsychiatrie die komplexen Krankheitsbilder von Hirnleistungsstörungen. Darüber hinaus steht der Begriff der „Gerontopsychiatrie“ für eine stationäre Gesundheitsversorgung alter Menschen.

Geragogik

Die wissenschaftliche Fundierung der pädagogischen Sicht auf das Alter und Altern ist eine der geragogischen Aufgaben. Als pädagogische Gerontologie untersucht die Geragogik Bedingungen, Besonderheiten und Folgen des Alternsprozesses. Dies führt zur Untermauerung präventiv-prophylaktischer und interventiv-therapeutischer Maßnahmen. Als Pädagogik des höheren Lebensalters hat die Geragogik zudem die Aufgabe, anwendungsorientiertes pädagogisches Handeln zu fördern.

Soziale Altenarbeit

Einerseits wird der Ausdruck „soziale Altenarbeit“ in der Literatur verwendet, um die Arbeit aller Berufsgruppen zu charakterisieren, die sich mit dem körperlichen, seelischen und geistigen Wohlbefinden alter Menschen befassen.
Andererseits werden unter dem Dach des Begriffs drei unterschiedliche Strömungen bzw. Handlungsfelder vereint. Soziale Altenarbeit drückt sich demzufolge im Handeln karitativer Wohlfahrtsverbände aus, ist Teil bürgerschaftlichen Engagements und Ausdruck der Selbsthilfe älterer Menschen.

Soziale Arbeit mit alten Menschen

Sozialarbeit und Sozialpädagogik sind qualifizierte Berufe des Sozialwesens und im Oberbegriff „Soziale Arbeit“ zusammengefasst. In Abgrenzung dazu wird die Gesamtheit aller sozialen Hilfen und Maßnahmen, die durch Fachkräfte oder Laien - bezahlt oder ehrenamtlich - durchgeführt werden, als „soziale Arbeit“ bezeichnet.

Diese Unterscheidung gilt natürlich auch für die „Soziale Arbeit mit alten Menschen“, die in jüngerer Zeit auch „Gerontosozialarbeit“ genannt wird. Als weiteres Äquivalent wird der Begriff „Altensozialarbeit“ verwendet.

Arbeitsfelder der Sozialen Arbeit, die als Zielgruppe ältere Menschen in der Übergangsphase von der Erwerbsarbeit in den Ruhestand fokussieren, setzen den Schwerpunkt auf sozialpädagogische Maßnahmen. Praxisfelder der Sozialen Arbeit, die als Zielgruppe multimorbide Hochbetagte mit eingeschränkter Selbständigkeit im Blick haben, legen die Betonung auf sozialarbeiterische Maßnahmen.